Historie

Ein Bericht zur Historie des Imkervereins von 2008 , geschrieben von Ellen Mahn

Honig kann man importieren, Bestäubungsleistung nicht!

Das haben sich sicher auch die Imker gedacht, die sich 1923 zum Imkerverein Geesthacht und Umgegend zusammengeschlossen haben.

Honig und Wachs waren damals begehrte und kostspielige Erzeugnisse.

Inzwischen 85 jährig (2008) hat sich in unserem Vereinsleben viel geändert. War man früher darauf bedacht, sein Wissen und die Erfahrungen für sich bzw. die Familie zu behalten, freuen wir uns heute über möglichst viele jüngere Menschen, denen wir die Imkerei nahe bringen dürfen. Die Beschäftigung mit Bienen entwickelt sich häufig zu einer Leidenschaft, trotz manch schmerzhafter Erfahrung durch einen Stich. Wen das „Virus“ Biene einmal befallen hat, den lässt es nicht wieder los.

Die Anzahl der Imker blieb in den letzten Jahren ziemlich konstant bei einer durchschnittlichen Mitgliederzahl von 38, wobei das Durchschnittsalter für 2009 – 57,7 Jahre beträgt.

Aus vorliegenden Kassenbüchern kann folgende Statistik entwickelt werden:

1967 – 41 Mitglieder

1968 – 36 Mitglieder

1983 31 Mitglieder 269 Völker

1988 40 Mitglieder 302 Völker

1993 40 Mitglieder 282 Völker

2003 36 Mitglieder

2008 42 Mitglieder mit 312 Völker

Wir sind Hobby-Imker (Angestellte, Hausfrauen, Krankenschwestern, Rentner, Ingenieure, Doktoren, Studenten, Lehrer) die freiwillig unter dem Dachverband des „Deutschen Imkerbundes“ (DIB) im Landesverband der Schleswig-Holsteinischen und Hamburger Imker zusammengefasst sind.

Der Honig wird von unseren Imkern mit viel Sorgfalt gewonnen. Regelmäßige Qualitätskontrollen werden vom „DIB“ durchgeführt. Die Honigverordnung des DIB ist strenger ausgelegt als die Lebensmittelverordnung, worauf wir mit Recht stolz sind. Trotzdem steht nicht unbedingt die Honigernte im Vordergrund unseres Interesses, das Miteinander in der Natur, das Wissen, dass es ohne Bienen nur einen geringeren Ertrag in der Landwirtschaft gibt, sind nur einige Gründe.

Das Imkern ist einfach ein ganz tolles Hobby!

Unsere Vorsitzenden nach dem 2. Weltkrieg waren

Kurt Publicatus, Hugo Hamester, Hermann Schwan, Wilhelm Bremer,

Wilhelm Norden 1983 – 1992, Helmut Neumann 1992 – 1996, Ellen Mahn 1996 bis heute. (Stand 2008)

Zwei große Jubiläen hat unser Verein bereits gefeiert: 1973 das 50 jährige und 1998 das 75 jährige Bestehen.

Unter anderen hat unser Verein zwei herausragende Züchter gehabt, Erich Mindt stellte über mehrere Jahre die Drohnenvölker (männliche Bienen) auf der Insel Sylt in Puan Klent, eine Belegstelle zur reinrassigen Begattung der Züchtung Carnica Peschetz. Martin Kirchner war anerkannter Reinzüchter und hat sich im Züchterring mit Spitzenleitungen hervorgetan.

Jörg Panknin aus Escheburg tritt in diese Fußstapfen und ist ebenfalls Mitglied im Züchterring. Er betreut während eines Teils seines Urlaubs die Ableger-Kästchen auf der Belegstelle Puan Klent.

Die Züchtungen der vergangenen Jahre hat uns eine friedliche, schwarmträge und gute Honigleistung bringende Biene hervorgebracht.

Der Imkerverein bietet verschiedene Möglichkeiten, sich an dem Thema „Biene“ zu beteiligen bzw. zu informieren:

  1. Jungimkerlehrgänge ab 10 Personen
  2. Förderndes Mitglied werden, d.h. Unterstützung der Arbeit des Imkervereins, ohne selbst Bienen zu halten.
  3. Leasen eines Bienenvolkes: Sie schauen dem Imker über die Schulter und ernten ihren eigenen Honig.
  4. Jährliche Ausstellungen in verschiedenen öffentlich zugänglichen Einrichtungen in Geesthacht

(z.B. Stadtwerke, Geesthachter Anzeiger, Marktstände)

5. Besuch einer Imkerei nach Voranmeldung für Kindergärten, Schulklassen, sonstige Gruppen

6. Aufstellung eines Wildbienen – Hotels in der Gesamtschule Geesthacht

Für einen Teil dieser Angebote sind ein oder auch mehrere Euros fällig.

Seit Jahren sind wir unserem Vereinlokal treu. Im Gasthaus Hagen, Rathausstraße 28 in Geesthacht,

finden ca. 6 Versammlungen zwischen März und November statt (Sommerpause: Juli und August). Versammlungen 2009 siehe unter Termine.

Gäste sind immer willkommen.

Jeder kann ohne besonderen Einsatz etwas für die Bienen tun:

Pflanzen Sie bienenfreundliche Blumen, Stauden oder Gehölze. Verzichten Sie auf die chemischen Hilfsmittel, unsere Bienen danken es Ihnen mit einer reichen Bestäubung ihrer Obstbäume und natürlich mit köstlichem Honig.

Für 500 g Honig besucht die Biene 3,5 Mio Blüten und fliegt „drei mal um die Erde“.

Ein ganz wichtiger Aspekt: Die Biene ist blütenstet, hat sie sich z.B. einmal für die Kirsche entschieden, befliegt sie diese bis zum Blühende. Dadurch ist eine optimale Bestäubung gewährleistet. Widrige Witterungsumstände wie Spätfröste können uns zwar einen Strich durch die Rechnung machen, aber der Bestäubungsnutzen ist trotz allem höher. Die Obstbauern im Alten Land wissen dies wohl zu schätzen und zahlen dem Imker Bestäubungsprämien.

Auch wenn andere Insekten bei der Bestäubung helfen (Hummeln,, Wespen, Schwebfliegen etc.) sind Bienen absolut im Vorteil, denn sie überwintern als Volk von ca. 6.000 Individuen. Je nach Witterung beginnt die Königin ab Februar mit dem Brutgeschäft. So wächst das Bienenvolk bis zur Frühjahrsblüte schon zu einem stattlichen Volk heran und erreicht in der Hochsaison Ende Juni bis zu 60.000 Bienen pro Volk.

Für die Brutaufzucht ist wesentliche Voraussetzung die Pollenversorgung (Eiweiß). Unsere Knickpflanzen Weide, Hasel, Erle, aber auch Krokusse, Winterlinge, Schneeglöckchen sind beste Voraussetzung für eine reichliche Pollenernte.

Im Sommer/Spätsommer ist wieder das Eintragen von Pollen sehr wichtig, jetzt werden die Winterbienen gestiftet (so nennt man das Legen eines Eies der Königin). Diese Bienen leben, im Gegensatz zu ihren Kollegen aus dem Sommer, die nur 3-4 Wochen alt werden, bis zum Frühjahr.

Gerade im Sommer herrscht oft Mangel an bienenfreundlichen Pflanzen.

Vielleicht bedenken Sie bei Ihrer nächsten Gartengestaltung den „Hunger“ der Bienen.

Imkerverein Geesthacht und Umgegend

Ellen Mahn