
Rückblick in 100 Jahre Vereinsgeschichte
In der Geesthachter „Umgegend“ gab es traditionell schon immer Imkerei. Sie galt als beliebter Nebenerwerb um der Armut zu entkommen. Damals gab es hier große Heideflächen. Ursprünglich wurden Wissen und Erfahrung innerhalb der Familie weitergegeben. Dies änderte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Betriebsweisen in der Imkerei hatten sich durch neue Forschungen und Entwicklungen stark verändert. Die bekannte Haltungsweise in Strohkörben wurde durch die heutige Magazinbeute abgelöst.
„Als 4jähriger Junge bekam ich in der sibirischen Verbannung von einem Förster mein erstes und für lange Zeit einziges Honigbrot geschenkt; das war unvergesslich“, antwortete einer unserer Vereinsmitglieder auf die Frage, warum er Imker geworden ist. Der Imkerverein Geesthacht und Umgegend (1923-2023) wird in diesem Jahr hundert Jahre alt. Das ist ein Grund zum Feiern und hat uns dazu inspiriert, ein wenig tiefer in die Vereinsgeschichte einzusteigen. Lassen Sie sich überraschen beim Streifzug durch hundert Jahre und besuchen Sie uns in Geesthacht.
Die neuen Methoden führten dazu, dass ein Gedankenaustausch im Verein notwendig wurde. In der damaligen Zeit waren Vereinsgründungen eine beliebte Art, seine Freizeit mit Gleichgesinnten zu verbringen. Ein weiterer Grund, sich zu organisieren. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg blühte in Geesthacht ein reges Vereinsleben auf. Als Vereinsheim dienten oft Gasthöfe in denen bei dem ein oder anderen Bier gefachsimpelt werden konnte.
Der Imkerverein „Geesthacht und Umgegend“ ist aus dem Imkerverein Bergedorf hervorgegangen. Erster Vereinsvorsitzender war der Geesthachter Lehrer Paul Wiedenbeck. Namentlich bekannt sind darüber hinaus zwei weitere Lehrer und ein Böttchermeister. Über Vereinsgröße oder Herkunft der Mitglieder lässt sich nur wenig
herausfinden. Da Geesthacht ursprünglich zum Hamburger Stadtgebiet gehörte, ist der Verein erst seit Ende der 1990er Jahre Teil des Schleswig-Holsteiner Landesverbands.
Trotz eingeschränkter Aktivitäten bestand der Imkerverein auch während des Zweiten Weltkriegs weiter. An alten Kassenbüchern lässt sich nachvollziehen, dass mit Einführung der D-Mark auch die Vereinstätigkeiten wieder zunahm. Es gab wieder große Versammlungen und zudem große Erfolge bei Züchtung und Bienenhaltung.
Wir Imker pflegen unsere Bienenvölker. Dafür ist die Züchtung friedlicher, schwarmträger und gute Honigleistung bringender Bienen wichtig. In den 1950er Jahren hat der Verein einen Anteil am Züchterring erworben, um ein Zuchtvolk zu kaufen. In den letzten sechs Jahren ist die Zahl der Vereinsmitglieder auf fast das Doppelte seit 1960 angestiegen.
Vereinsleben heute
Unser Verein ist eine bunte Mischung aus den verschiedensten Berufen und Altersgruppen. Bis heute bewahren wir die Tradition, uns regelmäßig für Gespräche und Vorträge zu sehen (siehe Schaukasten). Jeden zweiten Dienstag im Monat treffen wir uns im Oberstadt-Treff am Dialogweg in Geesthacht. Auch gemeinsame Unternehmungen gehören dazu, denn Vereinsleben bedeutet Gemeinschaft. Im Februar machen wir einen
Boßelauskunft in die Umgebung. Im Juni findet ein gemeinsames Grillfest bei einem unserer Imker statt und im Sommer ein spannender Ausflug, nicht nur zu Imkerthemen.
Wir engagieren uns für unsere Bienen, aber auch für die Gemeinschaft.
Das Festprogramm
• 17.06.2023 Versammlung mit Vortrag zum Thema Zucht (2. Teil)
• 27.06.2023 abendliches Grillen bei einem Imker
• 09.09.2023 Sommerausflug nach Hamburg „Dialog im Dunkeln“
• 07.10.2023 Jubiläumsball im Gasthaus Basedau in Lütau
• 14.11.2023 Versammlung und kulinarischer Jahresausklang